Gemütlicher Raum mit Bücherregalen und Sitzgelegenheiten

Wie alles anfing

Im Herbst 2018 saßen wir zum ersten Mal in einem kleinen Café zusammen. Die Idee war einfach: einen Ort schaffen, an dem man Gedichte vortragen kann, ohne sich für die Langsamkeit der Form rechtfertigen zu müssen. Wir wollten keine akademische Veranstaltung, sondern einen Raum, in dem verschiedene Zugänge zur Lyrik gleichberechtigt nebeneinander existieren können.

Bereits beim dritten Treffen waren wir zu zwölf. Das Café wurde zu klein, und wir fanden unsere jetzigen Räume – ein ehemaliges Atelier mit viel Charakter und wenig Schnickschnack. Genau richtig für das, was wir vorhatten.

Wofür wir stehen

Poesie ist für uns keine elitäre Angelegenheit. Sie ist eine Ausdrucksform, die jedem offensteht, der bereit ist, sich auf die Besonderheiten dieser Sprache einzulassen. In unseren Veranstaltungen gilt: Es gibt keine falschen Interpretationen, nur unterschiedliche Perspektiven. Wir schätzen sowohl die klassische Formstrenge als auch das freie Experimentieren.

Dabei legen wir Wert auf eine Atmosphäre, die zum Zuhören einlädt. Handys bleiben stumm, Getränke werden leise abgestellt, und zwischen den Beiträgen lassen wir Raum für Stille. Diese kleinen Rituale schaffen einen Rahmen, in dem sich Konzentration entfalten kann.

„Die Balance zwischen Struktur und Offenheit ist hier besonders gelungen. Man fühlt sich gehalten, ohne eingeengt zu werden."

— Thomas K., Teilnehmer der Schreibwerkstatt

Unser Team

Die Veranstaltungen werden von einem kleinen Kernteam organisiert. Wir kommen aus unterschiedlichen Berufen – Verlagswesen, Bildung, freie Kunst – und bringen verschiedene Sichtweisen auf Literatur mit. Diese Vielfalt spiegelt sich in unserem Programm wider.

Unterstützt werden wir von wechselnden Moderatorinnen und Moderatoren, die jeweils eigene Schwerpunkte setzen. Manche legen den Fokus auf zeitgenössische Strömungen, andere auf die Verbindung von Musik und Lyrik oder auf mehrsprachige Formate.

Was uns wichtig ist

Wir möchten niemanden ausschließen. Unsere Veranstaltungen sind barrierefrei zugänglich, und wir achten darauf, dass die Preise moderat bleiben. Für Menschen, denen die Teilnahmegebühr Schwierigkeiten bereitet, finden wir individuelle Lösungen – sprechen Sie uns einfach an.

Inhaltlich versuchen wir, ein breites Spektrum abzubilden. Neben den etablierten Formaten experimentieren wir regelmäßig mit neuen Ansätzen: bilinguale Lesungen, Kooperationen mit Musikern, Outdoor-Veranstaltungen im Sommer. Nicht alles funktioniert auf Anhieb, aber das Ausprobieren gehört für uns dazu.

Menschen sitzen im Kreis und hören aufmerksam zu

Unsere Räume

Das Atelier liegt im zweiten Stock eines Altbaus aus der Gründerzeit. Drei große Fenster sorgen für Tageslicht, und die Holzdielen knarren leise, wenn man den Raum betritt. Wir haben bewusst auf übermäßige Dekoration verzichtet – ein paar Pflanzen, eine kleine Bibliothek mit Nachschlagewerken und bequeme Stühle in lockerer Anordnung.

Die Akustik ist überraschend gut. Man kann ohne Mikrofon sprechen und wird in allen Ecken des Raums verstanden. Für größere Veranstaltungen haben wir dennoch eine dezente Verstärkeranlage, die wir bei Bedarf einsetzen.

Vernetzung und Kooperationen

Über die Jahre haben sich Kontakte zu anderen Initiativen ergeben. Wir arbeiten gelegentlich mit Buchhandlungen zusammen, organisieren gemeinsame Lesungen mit Verlagen und sind Teil eines informellen Netzwerks von Literaturveranstaltern in der Region. Diese Verbindungen bereichern unser Programm und ermöglichen Gastauftritte von Autorinnen und Autoren, die wir allein nicht hätten einladen können.

Gleichzeitig bleiben wir unabhängig. Wir finanzieren uns über Teilnahmegebühren und gelegentliche Förderungen, nehmen aber keine Mittel an, die mit inhaltlichen Vorgaben verbunden wären. Das erlaubt uns, flexibel zu bleiben und auch ungewöhnliche Formate auszuprobieren.

Zukunftsperspektiven

Wir planen keine große Expansion. Vielmehr möchten wir die Qualität unserer bestehenden Formate weiter verfeinern. Eine kleine Bibliothek mit zeitgenössischer Lyrik ist in Arbeit, ebenso ein Archiv mit Aufzeichnungen besonders gelungener Lesungen – selbstverständlich nur mit Einverständnis der Vortragenden.

Langfristig wünschen wir uns, dass mehr Menschen Poesie als lebendige Kunstform wahrnehmen. Nicht als Schulfach, das man irgendwann abhakt, sondern als etwas, das im Alltag Platz haben kann. Dafür braucht es Räume wie diesen – und Menschen, die bereit sind, sich einzulassen.

Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ersetzt keine professionelle therapeutische oder pädagogische Begleitung. Die vorgetragenen Inhalte spiegeln die persönlichen Ansichten der Vortragenden wider und stellen keine verbindliche Lehrmeinung dar. Individuelle Erfahrungen können variieren. Bei spezifischen Anliegen empfehlen wir die Konsultation entsprechender Fachkräfte.